Social Web-Kompetenz: Erstellen von Informationen

Wikipedia kennt jeder. Wer schon mal an einem Artikel mitgearbeitet hat, kennt auch die zahlreichen Probleme, die dabei auftauchen. Um eine Zusammenarbeit und gemeinsame Wissenserstellung im Social Web möglich zu machen, müssen wir einiges können.

 Wichtige Fertigkeiten für das Erstellen von Informationen im Social Web

  • (gemeinsam) Informationsangebote erstellen oder verändern / ergänzen
  • Zielgruppengerechte Aufbereitung von Informationen
  • Zusammenführen und Verdichten von Informationen aus verschiedenen, auch widersprüchlichen Quellen
  • Quellenangaben machen

 Wo brauche ich diese Fertigkeiten im Berufsalltag?

Das sicherlich bekannteste Beispiel zur gemeinsamen Erstellung von Informationen ist die Arbeit an einem Wiki, um zum Beispiel Ergebnisse aus der Ist-Analyse zusammenzufassen, Testfälle zu entwickeln oder für das interne Wissensmanagement. Dabei ergeben sich Schwierigkeiten bei der Koordination, Ko-Autoren sind sich inhaltlich uneinig oder verhalten sich vielleicht sogar destruktiv, indem sie z.B. ihre Texte gegenseitig ohne Kommentar löschen.  Auch das Ergebnis ist manchmal davon geprägt: Sätze sind holprig zusammengefügt, logische Widersprüche und Dopplungen sind nicht selten.

Die zielgruppen- und bedarfsgerechte Aufbereitung von Informationen – auch außerhalb des Social Web eine Herausforderung – wird zum Beispiel relevant, wenn bei Twitter nur 140 Zeichen für die Ankündigung des Benutzerhandbuchs zur Verfügung stehen. Oder wenn beim Kundensupport über Facebook anders kommuniziert wird als beim Support über die firmeneigene Plattform, und die gleichen Anfragen auf der internen Plattform dann wiederum in Fachsprache übersetzt werden müssen. Und eine Bedienungsanleitung bei Youtube muss natürlich anders aufbereitet werden als eine Bedienungsanleitung im Unternehmensblog.

Dabei bekommt auch die Fähigkeit eine besondere Bedeutung, nicht nur die relevantesten und glaubwürdigsten Informationen bei der Recherche auszuwählen, sondern auch Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen und für den Empfänger sinnvoll und ausgewogen darzustellen, selbst wenn sich Quellen widersprechen. (vgl. auch Artikel zum Urheberrecht) Haben Sie Beispiele, an welchen Stellen dies in den IT-Berufen wichtig wird?

Können die Azubis das nicht schon?

Eher nein. Selbst im privaten Kontext nehmen nur die wenigsten NutzerInnen als „Produser“ aktiv am Social Web teil – die viel zitierte „Nielsen-Regel“, nach der höchstens 10% der Mitglieder von Online-Communities selbst Beiträge erstellen, während 90% der Beiträge von 1% der NutzerInnen kommen. Unter IT-Azubis ist dieser Anteil sicherlich in einigen Fällen anders, beispielsweise bei Foren. Doch längst nicht jeder Azubi hat schon mal gemeinsam an einem Wiki-Artikel gearbeitet, Twitter-Beiträge verfasst oder widersprüchliche Informationen in einem Blogartikel zusammengefasst. Viel höher noch ist der Anteil derer, die ihre Fertigkeiten aus dem privaten Kontext noch nicht in den beruflichen Kontext übertragen haben.

Hm. Kommt drauf an. Ein gewisses Bewusstsein für die Schwierigkeiten ist natürlich schon da, aber die Umsetzung in tatsächlich zielgruppen- und bedarfsgerechte Informationen, eventuell noch gemeinsam erstellt, lässt doch in vielen Fällen zu wünschen übrig.

 Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Bei welchen Aufgaben brauchen Ihre MitarbeiterInnen diese Fertigkeiten? Was funktioniert gut, wo liegen besondere Schwierigkeiten?

Autorinnen: Julia Hegmans und Clara Oloff

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